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Urlaubsinfos » Lebendige Geschichte
 
» Goldener Steig
  Der Goldene Steig, ein mittelalterlicher ertragsreicher Handelsweg, führt mitten durch die Ortschaft Bischofsreut. Er verlief einst von Passau über Waldkirchen, Fürholz, Grainet, Leopoldsreut, Bischofsreut, Marchhäuser, Volary / Wallern nach Prachatice / Prachatitz. Der Steig ist ein ausgesprochener Höhenweg. Urkundlich wurde er das erste Mal 1010 genannt. Von dieser ältesten Hauptlinie zweigten später zwei weitere Steige ab. Einer führte über Herzogsreut-Philippsreut nach Vimperk /Winterberg, der andere über Mauth nach Kasperske Hory / Bergreichenstein. Um 1500 war die Blütezeit des Verkehrs. Wöchtenlich passierten 1300 Saumpferde Prachatice / Prachatitz. Jedes Saumpferd trug 3 Zentner. Die Reise von Passau bis Prachatice / Prachatitz dauerte ungefährt 3 Tage. Haupthandelsware war Salz nach Böhmen und von dort Getreide, Bier und Fische. Vor und während des 30-jährigen Krieges ging der Verkehr stark zurück. Es blühte das Räuberunwesen, dem so mancher Säumer zum Opfer fiel. Nur von Söldnern geschützte Karawanen hatten Erfolg, heil durchzukommen. Gegen Ende des Krieges wurde den Leopoldsreuter Bauern befohlen, Brücken und Wege bis zur Grenze zu unterhalten, damit man "handeln und wandeln" möge. Der Ort bekam auch eine Mautstation. Die Bauern stellten den Säumern ihre Pferde zur Verfügung. Im Jahr 1692 verfügte Kaiser Leopold I., dass die Kufe bayerischen Salzes mit dem hohen Zoll von 1 fl 49 kr (fl = Florin = Gulden / kr = Kreuzer) zu belegen ist. Einige Jahre später wurde die Einfuhr des bayerischen Salzes zu Gunsten des österreichischen Salzes verboten und die Prachatitzer Salzniederlage nach Cesky Krumlov / Krummau verlegt.
In den folgenden Jahren verödete der Steig und wird seit über 100 Jahren nur mehr selten benützt. Seit ca. 1990 geht jedes 2. Jahr ein Säumerzug von Grainet nach Prachatice / Prachatitz, um diese Tradition nicht vergessen zu lassen. Außerdem wurde der Steig in Zusammenarbeit mit Tschechien restauriert und markiert.
An den Goldenen Steig erinnern uns heute noch die gut erkennbaren "Säumergräben" oberhalb der Leopoldsreuter Kirche, die Säumerbrücke in Marchhäuser und Funde von verrosteten Hufeisen entlang des Steiges.
 
» Kontakt:
  Tourist-Info 94145 Haidmühle
Tel. 08556/19433
  haidmuehle@t-online.de
 
» Internet:
  www.haidmuehle.de
 
» Diese Einrichtung auf der
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