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Bayerwald-Tipps - Besonderes aus der Region
 
Waldkirchener Rauhnacht
Am Ende der 12 heiligen Nächte vom hl. Abend bis zum Dreikönigstag rückt die Bayerwaldstadt Waldkirchen in den Mittelpunkt des Geschehens. Denn in der Nacht zum Dreikönigstag feiern all´die Waldgeister, die Druden und Hexen, der "Bluadige Thommerl", die "Wilde Luz", Gespenster und Schrate ihr Stelldichein.
Grundlage der ausgelassenen Feier ist ein heidnischer Brauch. Zwölf Nächte, die Rauhnächte, stehen den Geistern zu. Da treiben sie ihr Unwesen, in den "Losnächten" werden sie lebendig.
In ihrer Angst vor dem Spukgesindel wußten sich einst die Menschen nur so zu helfen, daß sie durch bewußt häßliches Aussehen, viel Lärm und Rauch das Gespensterwesen zu vertreiben suchten. Und so treiben denn die Waldkirchener, schaurig kostümiert und bis zur Unkenntlichkeit vermummt, ihr Unwesen in der Stadt um das Kellerlokal "Baron" herum, auf daß sich kein ungutes Gelichter künftig in der Stadt aufhalten möge.
Man achtet streng darauf, daß die Rauhnacht nicht als normales Faschingsvergnügen gewertet wird.
Im Kellerlokal, dem Treffpunkt der Geisterschar, schwebt eine Hexe aus Stroh im Gewölbe. Um Mitternacht wird sie gepackt, mit Musik und Gesang auf den Marktplatz geschleift und dort auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
Alle die schaurig-schönen Geistervertreiber stärken sich anschließend mit entsprechenden Gerichten wie Schrazlsupp´n, Schiaglfleisch, Dämonenschenkel oder Drudenschweiß. Nach dem Hexenbesentanz und vielen Sprüngen über glühende Schürhaken werden Hexenkönigin und Oberteufel ermittelt. Die beiden sind dann Regenten für eine Nacht.
Auch beim Rauhnudelsingen geht es schauerlich zu: Wer am fürchterlichsten singt, wird mit einer besonders großen Nudel belohnt.
Spiele und eine unheimliche "Wanderung" gehören ebenfalls zum Repertoire der Rauhnacht. Am frühen Morgen aber ist der Spuk vorbei, da darf das ganze Gelichter nicht mehr angetroffen werden! Für ein Jahr ist der Spuk zu Ende.

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