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Birkenberg oder Reutberg
Wer Land- oder Wanderkarten über die Region Bayerischer Wald studiert, stößt dabei immer wieder auf Bezeichnungen wie Birkenberg oder Reutberg. Sie weisen auf eine historische Form der Waldbewirt-schaftung hin, die vor gut 100 Jahren zu Ende ging.
Diese Wirtschaftsform war ein sog. Feld-Waldwechsel-system. Dabei wurden entsprechende Flächen in Reuten oder Rieder aufgeteilt. Auf einer bestimmten Anzahl davon erfolgte in festen Zeiträumen (zwischen 18 und 48 Jahren) ein Kahlschlag. Nur einige Bäume pro Tagwerk blieben als Samenbäume stehen. Das geschlagene Holz wurde, so weit es nutzbar war, abtransportiert. Reisig und Kleinzeug dagegen verteilte man auf der gesamten Schlagfläche und brannte es ab. War der Flächenbrand erloschen, wurde die Asche des Holzes und der übrigen Pflanzen als Dünger in die Flächen eingearbeitet. Gleichzeitig entstand beim Reinigen der Felder meist ein Haufen Trümmergestein, der zu kleinen Mauern als Windschutz aufgerichtet wurde.
Zur Feldbestellung baute man im ersten Jahr Winter-roggen, im zweiten Jahr Sommerkorn oder Hafer an. Ließ es die Bodenbeschaffenheit zu, wurden im dritten Jahr Kartoffeln angebaut. Dann blieben die Reutplätze ungenutzt. Natürlicher Samenanflug ließ wieder Wald entstehen.
Etwa zehn Jahre ließ man der Natur Zeit. Dann wurde Nadelholz großenteils aus dem Jungwuchs heraus-geschnitten. Daraus gewann man Nadelstreu. Laub konnte nun leichter herausgerecht werden. Es diente ebenfalls als Streu, denn die Strohernte wurde im Winter verfüttert.
Gleichzeitig wurde durch solche Maßnahmen dichterer Baumbestand verhindert, Gras siedelte sich an, Weideland entstand. Jungvieh, Schafe und Ziegen, aber auch Kühe, Stiere und Pferde hatten ihre Weiden im "Birket".
Die Birkenbergwirtschaft mit ihrer vierfachen Nutzung durch Holzertrag, Acker, Streugewinnung und Weideland hatte für die bäuerliche Bevölkerung große Bedeutung, denn die landwirtschaftlichen Erträge im Waldland waren immer nur gering.

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