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Ostersonntag
Zentrales Brauchtum zum Ostersonntag ist überall die "Speisenweihe". Werden heute
oft nur verschämt ein Ei und eine Scheibe Brot im Handtäschlein verstaut und dieses
dann zur Speisenweihe geöffnet, ist es vielerorts aber doch noch üblich, das "Osterkörberl"
in die Kirche zu tragen. Da gehört für jede Person im Haushalt ein extra schön
gefärbtes Ei hinein, dazu Salz und Pfeffer, ein Stückchen Merrettichwurzel, ein
Stückerl des beliebten "G'selchten" und das Osterlamm, aus zartem Biskuitteig
gebacken, sowie für jedes Stück Großvieh, das im Stall steht, eine Scheibe Brot.
Die geweihten Speisen werden vor dem Mittagsmahl verzehrt. Noch etwas gehört aber
traditionell ins Osterkörberl: Ein weißes, rohes Ei. Das wird nach der Weihe in
ein Leinensäckchen getan und als Bewahrer vor Blitzschlag auf dem Dachboden aufgehängt.
In manchen Gegenden ist es üblich, die Eier von mehreren Jahren hängen zu lassen,
in anderen dagegen wird das Vorjahresei heruntergeholt und im Ofen verheizt, damit
das Hauswesen vor Bösem bewahrt bleibe. Man kannte früher auch die Sitte, das
Vorjahresei dem Knödelteig am Osterfest beizumengen. Das sollte den Esser vor
Krankheit bewahren. Hygienische Bedenken sind dabei völlig überflüssig, denn die
Sommerhitze des Vorjahres läßt vom rohen Ei nur noch trockenes Pulver übrig. Und
außerdem wird behauptet: "A g´weichts Oa ko net stinkat wern!" Mit den zerbröselten
Schalen der geweihten Eier wollte man sich auch des Raubzeuges erwehren, sie wurden
im Hof mit einem Bannspruch verstreut: "Fuchs, Habicht und Krah – laßt uns in
Ruh dieses Jahr!" Die seit Jahrhunderten vom Osterhasen gebrachten Eier suchen
die Kinder nach dem Kirchgang im Garten. Das Osterei des Taufpaten und evtl. auch
ein Gebildbrot erhält das Patenkind nach dem Mittagsmahl. Am Nachmittag des Ostersonntags
und auch am Ostermontag gibt es meist lustige Spiele mit Eiern. Dazu zählen neben
vielen anderen, örtlich verschiedenen Bräuchen z.B. Eierlaufen, -rollen oder –schieben,
das "Oarpecka", Geschicklichkeitstänze mit Eiern, usw. Ihr Ursprung liegt in den
"Zinseiern", die von Frondienstlern an die Grundherren abzuliefern waren.

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