| 40 Tage nach Ostern, immer auf einen Donnerstag, fällt das Fest Christi Himmelfahrt.
Viele Kirchen im Waldgebirge, vor allem solche aus der Barockzeit, haben etwa
in der Mitte des Kirchengewölbes eine Öffnung, die der Volksmund als "Heilig-Geist-Loch"
bezeichnet. Am Christi-Himmelfahrts-Tag wurde früher genau darunter ein Tisch
gestellt. Darauf wurden Blumen und Kerzen arrangiert, in der Mitte stand eine
Christusfigur mit der Osterfahne. Die Statue wurde dann unter mächtigen Orgelklängen
durch ein Seil empor gezogen und verschwand schließlich durch das Loch.
Die Bevölkerung achtete beim "Auffahren" genau darauf, in welche Richtung die
Christusfigur schaute, denn von dort, so hieß es allgemein, kommen im Sommer die
scharfen Wetter daher.
Während und nach der Säkularisation ist dieser Brauch langsam ausgestorben. In
einigen Kirchen im Waldgebirge konnte er sich noch bis in die Zeit des Zweiten
Weltkrieges halten.
Früher war es auch üblich, am Himmelfahrtstag nur "fliegendes Fleisch" auf den
Tisch zu bringen, es gab also Tuben, Hühner oder eine Gans. Es wurde auch ein
besonderes Brot, ein Gebildbrot in Form eines Vogels, gebacken. |