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Gülden Straß, Guldenstraß, Goldener Steig
Als das Säumerwesen einen schwunghaften Handel mit Salz aus dem Rupertiwinkel um Berchtesgaden und aus dem Salzkammergut ins salzlose Böhmen betrieb, war man gerade in der wilden Gegend des beinahe undurchdringlichen Waldlandes auf gute Wege angewiesen.

Unter anderem sorgten die Passauer Fürstbischöfe durch Ortsgründungen für die Erhaltung und Sicherung der für Mensch und Tier sehr beschwerlichen Wege. Je nach Ziel der Säumer wurden die Wege z.B. als Bergreichensteiner, Winterberger oder Prachatitzer Säumerweg benannt.

Erste Aufzeichnungen über den außerordentlich bedeutsamen Handelsweg, der eine Gesamtlänge von 145 km hat, finden sich bereits 1010 in einer Niedernburger Urkunde (Niedernburg = ein Nonnenkloster in Passau, in dem auch Ungarns Königin Gisela nach ihrer Vertreibung aus dem Land wirkte).

Heute stellen die damaligen Wege ein attraktives Wanderwegenetz dar. Mehrere Varianten des legendären "Goldenen Steiges" führen, mit dem Säumersymbol versehen, durch weitgehend intakte Natur. Dem Wanderer erschließt sich dabei ein Kulturland, wie es schöner nicht sein könnte. An markanten Stellen findet man Informations- und Übersichtstafeln. An wundervollen Ausblicken oder ganz besonders romantischen Plätzen laden Bänke und Tische zur Rast ein. Die Wanderwege enden dank der Grenzöffnung nicht mehr am einstigen "Eisernen Vorhang", sondern sie führen weiter in den Böhmerwald hinein (Ausweis mitführen bei grenzüberschreitenden Wanderungen!)

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