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Geschundenes Glas
Das Wort "schinden" hat im normalen Sprachgebrauch die Bedeutung von quälen. Beim Glasmachen steht "schinden" im Sinne von "Lernen,
Versuchen, Umgehen mit dem Werkstoff".

War der Glasbläser geschickt, konnte er aus einer bestimmten Menge des rotglühenden Arbeitsmaterials auch eine bestimmte Menge Dinge herstellen. War er besonders geschickt im Umgang mit dem Material, blieb ihm vielleicht ein kleiner Brocken übrig. Mit diesem Rest konnte er nun üben, versuchen, probieren. Daraus entwickelte sich so manches gute Stück. "Geschundenes Glas" bezeichnet also die Menge Glas, die dem Glasmacher zur freien Verfügung stand und dessen Produkte er auch dem eigenen Haushalt zuführen durfte.
Von alters her haben die Glasmacher zudem das Privileg, vor oder nach der Arbeit oder in Pausen für den Eigenbedarf Glasgegenstände herstellen zu dürfen.

Für die Hüttenherren war dieses "Schinden" oft recht profitabel, denn aus den Versuchen entwickelten sich oft neue Formen, Farben, Verzierungstechniken, etc., die übernommen wurden und der Hütte wieder einen gewissen Vorsprung vor Konkurrenzprodukten sicherten.

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