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Verlassenes Dorf Leopoldsreut
Stundenweit umgeben von Wald, raues Klima in einer Höhenlage von über 1100 Metern, lange, schneereiche Winter - es war nicht unbedingt ein Vergnügen, Leopoldsreuter zu sein! Gegründet wurde das Dorf, um den bischöflichen Salzhandel von Passau nach Böhmen zu sichern: Die Siedler erhielten Land, mußten dafür jedoch die Transportwege sichern und erhalten.
Die Neusiedler waren durchwegs kleine Landwirte. Ihre mageren Äcker und Wiesen auf sandigem und steinigem Boden waren wenig ertragreich. Ein kleines Zubrot brachte manchem, daß er im bischöflichen Wald als Holzarbeiter von Zeit zu Zeit Beschäftigung fand.
In den Nachkriegsjahren wurde vielen Leopoldsreutern das einsame, entbehrungsreiche Leben zuviel. Sie wanderten ab. Bereits 1941 war die einklassige Schule wegen Schülermangels geschlossen worden. Das war den Lehrern, die in Leopoldsreut meist nur ein oder zwei Jahre ihrem Lehrauftrag nachkamen, mehr als recht, war doch die Einöde zutiefst im Wald gefürchtet und galt als Strafversetzung!
Die Gebäude verfielen nach dem Weggang ihrer Besitzer rasch. Die Kirche und das alte Schulhaus wurden jedoch renoviert, die bereits von der Natur zurückeroberten Hofstellen gekennzeichnet.
Heute finden alljährlich viele Wanderer den Weg hinauf in die Waldeinsamkeit, zur einst höchstgelegenen deutschen Volksschule. So mancher Naturfreund und Interessierte hängt hier seinen Erinnerungen nach, während er sich der grandiosen Landschaft erfreuen kann, die ihm aber nicht erzwungene Heimat sein muß.

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