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Kripp´nkastl
Überwiegend waren es Frauen, die in mühseliger, kunstvoller und geduldiger Arbeit sogenannte "Kripp´nkastln" schufen. Bis vor etwa fünf Jahrzehnten gehörten sie zur Aussteuer jeder Bauerntocher und hatten ihren Stammplatz auf dem Kammertwagen (siehe dort).
Figurenkrippen gab es im Bayerischen Wald lange Zeit nur in den Pfarrkirchen. Für den Hausgebrauch hatte man eben sein Kripp´nkastl. Das war ein kleines Holzkästchen mit gläserner Schauseite, dessen Ausstattung vom schlichten, papierbeklebten bis zum gerahmten und mit Intarsien verzierten Schmuckstück reichte. Noch unterschiedlicher war seine Innenausstattung. Da war der Aufwand an Material und Zeit sehr augenfällig. Mit Stoff ausgeschlagen lag das Christkind, von dem meist nur Kopf und Schultern, aus Wachs hergestellt, sichtbar waren. Der Körper war in Fatschen (Stoffbahnen) gewickelt. Daher stammt auch der Ausdruck "Fatschenkindl". Um dieses Abbild des göttlichen Kindes herum wurde dann aller Prunk, dessen man habhaft werden konnte und alle küstlerische Begabung und Phantasie verwendet.
Da fand Gold- und Silberflitter, Blumen, Bänder, Perlen, Gold- und Silberdraht, Glanzpapier, aus dem man Sterne schnitt, etc., etc. Verwendung. Je ausstattungsreicher, desto besser!
Heute sind solche Kripp´nkastln zwar nicht mehr gebräuchlich, finden sich aber trotzdem noch in vielen Familien. Die kleinen Kunstwerke sind heute wieder hoch geschätzt.

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