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Dreschersupp´m und Hobagoaß
Wenn die Drescharbeiten beendet waren, gab es beim Bauern, bei dem jeweils gedroschen wurde, ein Fest, das zu den großen Ereignissen im Jahreslauf zählte.
Dabei ließ sich die Bäuerin nicht lumpen. Allen Helfern wurde mit herzhafter Kost gedankt, zudem wurde Unterhaltsames geboten.
Da die Helfer von überall her kamen und danach in ihre Heimatorte zurückkehrten, berichteten sie natürlich dort, wie man bewirtet wurde. Um in gutem Ruf zu stehen, zog die Bäuerin deshalb alle Register ihrer Kochkunst und sparte dabei an nichts. Sauerkraut und Brot, bei reichen Bauern auch einmal ein Lüngerl als Vorspeise, dann Schweinebraten und Knödel, Milchreis oder Griesbrei, ausgezogene Krapfen und anderes Schmalzgebackenes und eine Kletzensuppe - das waren die üblichen "Gänge" bei der Dreschersupp´m. Dazu wurde selbst erzeugter Most, selten Bier gereicht.
Heute wissen wir diese Dinge als lukullische "Schmankerln" noch ebenso zu schätzen.
Neben den Tafelfreuden war die Unterhaltung hoch geschätzt. Eine besondere Rolle kam dabei der "Hobagoaß" (Habergeiß) zu: Unter einem riesigen Leintuch verbarg sich dabei ein äußerst lebhafter "Geist", der an einem langen Stecken einen geißenähnlichen Kopf mit (meist echten) Hörnern trug. Manch geschickter Bastler brachte durch Drahtzug einen beweglichen Unterkiefer des Gehörnten zuwege, der dann furchterregend klapperte.
Diese Hobagoaß besuchte die Gäste der Dreschersupp´m und benahm sich dabei überhaupt nicht gesittet. Zogen dann auch noch maskierte Gestalten ein, tobte sich die Hobagoaß völlig ungezogen aus. Sie plärrte, meckerte, neckte die Gäste und mußte bei ihrem Schabernack von ihrem Treiber immer wieder eingefangen werden. Zum Gaudium der Anwesenden kam sie immer wieder aus. Mit viel Getöse verfolgte sie insbesondere junge, weibliche Gäste und stieß sie, wenn möglich, mit den Hörnern um.
Mit Krapfen und Naschwerk gelang es schließlich der Bäuerin, das wildgewordene Ungeheuer zu besänftigen, so daß sich die Hobagoaß schlußendlich "melken" ließ. Hob sie dabei das Bein, ergoß sich das vom Treiber in einem Eimer mitgebrachte Wasser über die höchst munteren Dreschersupp´m-Gäste.
Daneben wurde natürlich auch musiziert, gesungen und getanzt. Allerlei neckische Spiele wurden veranstaltet, so daß sich ein Dreschersupp´m-Abend meist sehr lange ausdehnte.
(siehe auch "Waldkirchener Dreschersupp´n")

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