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Federn schleiß´n
Heute erlebt man das Federn schleiß´n meist nur noch bei Festlichkeiten, bei denen das Brauchtum noch eine Rolle spielt. Bis weit in die Nachkriegszeit war es aber noch eine eifrig ausgeübte, mühsame Tätigkeit.
Da wurden die Federn des Gänseviehs fleißig gesammelt und in einem leinenen Sack den Sommer über im Trockenraum auf dem Dachboden gelagert. Die warme, trockene Luft ließ sie richtig flaumig werden. Nur auf die Schwungfedern an den Flügeln und die Steuerfedern am Schwanz verzichtete man - die sind zu hart!
An langen Winterabenden wurde dann ein Sack Federn nach dem anderen herunter geholt in die Küche oder Stube. Man schüttete den Inhalt auf den großen Tisch und dann fuhren behende Finger am Federkiel entlang und trennten die zarten, weißen Flaumfedern ab. Wo es ein wenig härter ging, schabte ein Messer über den Kielrücken.
Am beliebtesten waren natürlich die Flaumfedern aus dem weichen Unterkleid junger Gänse, die Daunen. Etwa 15 Gänse, die vier Mal pro Jahr gerupft wurden ergaben zusammen mit den sorgsam aufgesammelten Federn, die die Tiere verloren, nach dem Federn schleißen so viel brauchbares Material, daß damit ein Oberbett gefüllt werden konnte. Nur wenige Reiche konnten sich damals Federbetten leisten. Das Daunenmaterial wurde zumeist gegen geringes Entgelt verkauft und diente als Beitrag zum Lebensunterhalt.

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